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Dorian Hunter reist mit seiner Frau Lilian und einer wunderlichen Reisegruppe zum Schloss der Gräfin von Lethian. Wie sich bald herausstellt, sind ihre Mitreisenden Ghouls, Vampire und andere Gestalten von obskurer Herkunft. Richtig dramatisch wird die Situation allerdings erst, als Dorian erkennt, dass es sich bei den Dämonen nicht nur um die Söhne der Gräfin handelt – sondern gleichzeitig um seine Brüder.
Etwa zur selben Zeit, als sich der Stern der beliebten Heftromanserie Dämonenkiller senkte, unternahm man seitens Europa den Versuch, die Reihe auf ein anderes Medium zu retten. In Anbetracht der aktuellen Hochphase der John Sinclair-Produktionen aus dem Tonstudio Braun erschien der Start einer Hörspielreihe nur folgerichtig.
Warum das Unternehmen letztlich scheiterte, mag verschiedene Gründe haben. Zum einen hatte es Dorian Hunter, der als letzter auf dem Markt ankam, schwer gegen seine bereits etablierten Kollegen Brent, Hellmark und natürlich Sinclair. Andererseits wurde aber auch das begrüßenswerte Konzept der Reihe, weniger auf abgeschlossene Einzelepisoden denn auf Zyklen zu setzen, welche sich über viele Folgen erstreckten, kaum in angemessener Weise umgesetzt. Dabei bot die erste Folge mit dem Titel Im Zeichen des Bösen eine geradezu optimale Exposition.
Zumindest ansatzweise werden Dorians künftige Gegenspieler eingeführt und auch der Dämonenkiller selbst wird vorgestellt und gewisse Rahmenbedingungen erläutert. So ergibt sich – nimmt man die beiden nächsten Folgen Das Henkersschwert und Der Puppenmacher noch hinzu – ein schlüssiges Bild von Dorians ehelicher Situation und seinem Vorhaben, eine Organisation zur Bekämpfung von Geistern und Dämonen aufzubauen.
Sieht man also einmal von der sehr kurzen Lebensdauer der Hörspielreihe um den Dämonenkiller ab, darf man Im Zeichen des Bösen als perfekten Einstieg in eine neue Serie bezeichnen. Durch die vielen Erklärungen leidet die Action verständlicher Weise ein Wenig, was den guten Gesamteindruck aber kaum zu trüben vermag.
Die Auswahl der Sprecher ist gleichfalls passend wie prominent, konnte man einmal mehr eine ganze Schar bekannter Europa-Stimmen verpflichten. Peter Lakenmachers Stimme mag vielleicht nicht unbedingt dem entsprechen, was man sich nach Ansicht der Romancover unter Dorian Hunter vorstellt, befreit von einer vorgegebenen Optik funktioniert die Stimme aber wunderbar.
Ebenfalls erfreulich
ist der Auftritt von Gisela Trowe, die man neben unzähligen
Europa-Einzelrollen vor allem als Majestix’ Gattin Gutemine (Asterix)
sowie als Zauberin von Castle Grayskull (Masters
of the Universe) kennt. Letztere Rolle dürfte sie bei Hörspielfans
unsterblich gemacht haben und auch als Mutter der Schwarzen Familie, Gräfin
von Lethian, ist Gisela Trowe ein echtes Erlebnis und die perfekte Verkörperung
der Figur.
Was die Atmosphäre der
Geschichte anbelangt, wird der Zuhörer ebenfalls verwöhnt, denn der ganzen
Meute düsterer Gestalten schwingt der Wahnsinn regelrecht in den Stimmen mit.
Einzig Andreas von den Meden wirkt in seiner Rolle als Vampir Elmer Landrop
leicht fehlbesetzt. Dies mag an der zu übermächtigen Verbindung seiner Stimme
mit der Figur des Michael Knight (Knight
Rider) liegen, oder auch daran, dass er sich im Gegensatz zu seinen Dämonenkumpanen
zu „normal“ anhört. In jedem Fall will
sein Part nicht so recht zünden. Ernsthaft gefährden kann dieser kleine Makel
die Qualität der Folge aber kaum und entfacht die Restliche Besetzung bereits
wohlige Schauer des Irrwitzes beim geneigten Hörer, so tun die mindestens
ebenso beliebten wie bekannten Europa-Melodien ihr übriges.