Nachdem Dorian Hunters Frau Lilian durch die Ereignisse auf Schloss Lethian ihren Verstand verloren hat, wird sie vorerst in einer Wiener Klinik versorgt. Ihr Mann beabsichtigt jedoch, sie nach London zu bringen, wo er sich eine bessere Behandlung verspricht. Bevor er sie allerdings nach England schaffen kann, hat Dorian eine schicksalhafte Begegnung mit einer geheimnisvollen Frau. Diese entpuppt sich als ein Mitglied der Familie Zamis, deren Angehörige offenbar in Kontakt mit schwarzer Magie stehen. Doch Coco scheint anders zu sein und wird Dorian schon bald vor manch schwere wie schwerwiegende Entscheidung stellen.

Vieles am zweiten Teil der Dämonenkiller-Reihe erweist sich als gelungen, eine ganze Menge hätte man jedoch auch besser machen können. Einerseits bleibt die Charakterisierung des Titelhelden ein wenig fad, andererseits bleibt das Hörspiel zu jeder Zeit recht flott inszeniert. Dabei darf die Handlung eher als rudimentär bezeichnet werden, besonders viel passiert im Grunde nicht. Neben der Einführung von Coco wohnt man lediglich einigen nicht unbedingt raffinierten Anschlägen auf Dorians Leben bei, sowie dem Erwerb der Titel gebenden Waffe, die allerdings – soviel sei bereits verraten – in den weiteren Episoden der Reihe keine Beachtung mehr finden wird. Dies ist selbstverständlich dem Umstand zuzuschreiben, dass es Dämonenkiller auf lediglich fünf Folgen gebracht hat. Ansonsten steht die Beziehung zwischen Dorian und Coco im Vordergrund und wird auch weitestgehend gut umgesetzt. Etwas kopflos wirkt allerdings das Ende, als sich Dorian seiner Fehleinschätzung bezüglich Coco bewusst wird. Überhaupt scheint den Machern die Logik gegen Ende immer mehr an Bedeutung verloren zu haben – etwa wenn Dorian quasi nebenbei einen Scheiterhaufen in einem Flughafengebäude errichtet und anzündet – was zwar noch im Rahmen bleibt, jedoch in Verbindung mit den teils dümmlichen Witzchen („Ob der sich freut?!“, „Mein Auto brennt längst nicht so schön.“) schon ein wenig verärgert.

Dennoch bewegt sich Das Henkersschwert etwa auf dem soliden Niveau seines Vorgängers und weist in Punkto Sprecher und Umsetzung kaum Schwächen auf. Generell ist die Serie nicht eins zu eins mit anderen Hörspielen zu vergleichen, zum einen da die Kontinuität der Folgen sowohl positive als auch negative Auswirkungen zeigt. Gerade in den ersten Episoden müssen verschiedene Figuren vorgestellt werden, was das Tempo zwangsläufig zügelt, doch gewinnt die Reihe dadurch natürlich auch deutlich an Struktur. Zum zweiten stellt sich die Figur des Dorian Hunter, im Gegensatz etwa zu einem John Sinclair, als etwas schwieriger dar, da er sich weniger aufgrund hehrer Ziele in den Kampf gegen Geister, Hexen und Vampire stürzt, denn mehr aus persönlichen Rachegelüsten. So mutet auch der Beiname Dämonenkiller trotz aller Sperrigkeit gut gewählt an, birgt er doch ebenfalls die fragwürdige Aggressivität seiner Verkörperung.