Während der Jagd auf einen Hirsch treten He-Man und sein Kampftiger Battle Cat in eine Falle und finden sich in einem Erdloch wieder. Völlig hilflos werden sie schließlich von Trojan, der von den Inseln der Sternenbrücken kam, gerettet. Als sie ihren neu gewonnenen Freund nach Grayskull einladen, wird die Burg plötzlich angegriffen und durch den Geist von Castle Grayskull erfährt He-Man, dass er nur wenige Stunden hat, um zu verhindern, dass Skeletor für alle Zeiten die Macht über Eternia erlangt.

Sturm auf Castle Grayskull gehört zu jenen frühen Hörspielen, in denen die Masters of the Universe noch Castle Grayskull bewohnten. In späteren Folgen gelten groß angelegte Angriffe Skeletors zumeist der (bis hierher noch nicht erwähnten bzw. eingeführten) Stadt Eternis. Und in diesem Falle handelt es sich zweifellos um einen Großangriff, denn gleich mehrere Aktionen gehen vom Herrn des Bösen aus. War bereits das Erdloch, in das He-Man und Battle Cat fielen, Teil von Skeletors Plan, und machten die beängstigend inszenierten Höllenhunde den Verteidigern der Burg gehörig zu schaffen, folgte erst danach die wirkliche Schlacht, als unzählige Roboter auf Castle Grayskull anstürmen. Doch so episch diese Schlacht auch sein mag, die eigentliche Gefahr geht von einem vierten Plan Skeletors aus, nämlich seinem Pakt mit dem Magier des Bösen. Dieser besitzt ebenfalls ein mächtiges Schwert, das zu zerstören He-Mans Aufgabe ist, denn gelingt ihm dies nicht bis Sonnenuntergang, so wird Eternia für alle Ewigkeiten in die Hände des Bösen fallen.

Für Inhalt und Action ist also gesorgt und insgesamt kann sich auch die Handlung hören lassen. Im Gegensatz zu den ersten beiden Folgen führt hier eins zum anderen und der Plan Skeletors besitzt durchaus Struktur. Kritisch könnte man sicherlich nachfragen, warum Trojan die Situation zu Beginn nicht dazu nutzt, He-Man in der Grube zu töten, aber dann hätte er keine Gelegenheit mehr erhalten, sich seinen Namen zu verdienen.
Auffällig ist noch die Struktur des Ultimatums, welches verstreichen wird, wenn die Sonne den Horizont berührt. In der erst Jahre später gedrehten Realverfilmung, macht Skeletor eine ähnliche Zeitangabe, wann er seine Macht vervollständigt haben wird.

Ein weiteres, typisches Merkmal für die ersten Episoden – in denen ja nur eine begrenzte Anzahl an Figuren zur Verfügung stand ist das Zurückgreifen auf einen Charakter, der nur einmal innerhalb der Reihe auftauchen sollte. Im Fall von Sturm auf Castle Grayskull gibt es derer vermeintlich zwei, allerdings entpuppt sich Trojan später als ein alter Bekannter, dessen Stimme einem jedoch von Beginn an auf die richtige Spur geführt haben sollte. Der Magier des Bösen hingegen stellt tatsächlich eine separate Figur dar, die leider zu den wenigen gehört, die eine nicht ganz passende Stimme verliehen bekamen. Günter König (u.a. Erzähler bei Larry Brent und Das A-Team) besitzt einfach eine zu positive Ausstrahlung, die er auch in der Rolle eines Oberbösewichts nicht zu verstecken vermag.

Ein positiver Zuwachs ist jedoch dank Jürgen Thormann zu verzeichnen, der als Ram-Man über die ganze Serie hinweg einige tolle Auftritte absolviert hat und damit sicherlich seinen Teil zu der enormen Beliebtheit dieser Figur beigetragen hat. Der Cartoon jedenfalls dürfte keine allzu große Werbung für den Mann mit dem Stahlschädel gewesen sein, denn dort wurde er zumeist noch weitaus dümmer als beispielsweise Beast-Man dargestellt. Ein Fehler hat sich allerdings auch hier wieder eingeschlichen, denn Ram-Man kann keineswegs – wie vom Erzähler behauptet – „von selbst fliegen“.

Ebenfalls falsch, allerdings nicht nur in dieser Folge, ist die Darstellung des Geistes von Castle Grayskull, der hier von Eric Vaessen gesprochen wird, obwohl er ja grundsätzlich ein weiblicher Charakter ist. Diese Fehlbesetzung wurde glücklicherweise später korrigiert und durch die einmalige Gisela Trowe ersetzt. Vaessens Stimme eignet sich ohnehin weitaus besser für bösartige und hinterlistige Charaktere, womit diese Wahl, auch unabhängig vom Geschlecht, ohnehin nicht die glücklichste war.

Zu den ganz großen Masters of the Universe-Klassikern hält Sturm auf Castle Grayskull zwar noch ein wenig Distanz, jedoch ist hier, vor allem Storytechnisch, eine positive Entwicklung erkennbar, womit die Episode zu einem frühen Highlight avanciert.