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Um von lästigen Rache-Aktionen verschont zu bleiben, sprengt McElroy kurzerhand das ganze Treffen in die Luft. Durch einen Zufall überlebt der Gangsterboss „The Lizard“ den Anschlag und setzt sofort seine Leute auf McElroy an, der sich schon auf dem Weg in seine neue Wahlheimat England befindet.
Die
Story haut einen erstmal nicht unbedingt vom Hocker, aber sowohl die
Charaktere, als auch ihre Darsteller hauchen dem Geschehen eine gehörige
Priese Leben ein. Schaut man sich die Riege der Figuren einmal etwas genauer
an, wähnt man sich beinahe in einer Comic-Verfilmung, so grell und oversized
sind hier die meisten Gestalten.
Der
Handlanger des englischen Drogenbosses, Felix, wird zu Beginn per
eingeblendetem Computertext als „local Fixer“ vorgestellt und will den Ami
nur so schnell wie möglich vom Flughafen zum Treffpunkt kutschieren, denn
dafür soll er ein Ticket für das Fußballspiel zwischen Liverpool und
Manchester am nächsten Tag bekommen. Dementsprechend konzentriert sich Felix
im Verlauf des Films auch mehr darauf, mit Liverpool-Trikot und bengalischer
Fackel in eine ManU-Kneipe zu stiefeln, als auf irgendwelche Drogengeschäfte.
Verfolgt
werden die beiden unter anderem von einer Gruppe Nazis, die so Klischeehaft
ausgestattet wurden, dass einer der Brüder sogar „Skin“ auf die Stirn
tätowiert hat. Aua! Extrem schrill sind auch die weiteren Gestalten. Sei es
der Johnny Rotten-mäßige Iki, die sexy Killerin, oder der von Meat Loaf
gespielte, gesichts-verstümmelte „Lizard“, der den ganzen Film über in
einer Art Kartoffelsack herumläuft. Überhaupt liegen hier oft kurios-geile
Ideen und dumm-peinliche Witze nah beieinander. So vermisst man beispielsweise
den fetten Gangsterboss Leopold, der von einem seiner Lakaien ständig ein
tuntiges Sitzkissen hinterher getragen bekommt, nach seinem Ableben nicht
wirklich.
Samuel
L. Jackson reiht sich problemlos in die Riege ausgeflippter Charaktere ein.
Und das nicht allein aufgrund seines Outfits. Jackson läuft hier nämlich bis
auf wenige (Po-Backige) Ausnahmen quasi den kompletten Film über im
Schottenrock herum. Doch schon die kongeniale Eröffnungssequenz verleiht
seiner Rolle einen gewissen Anflug von Kult. Hier heizt Elmo (Jackson) im Jahr
1971, bewaffnet mit Afro, Joint und frisch erworbenem Pharmakologie-Diplom,
über einen Kalifornischen Highway, als er in eine Verkehrskontrolle gerät.
Zwar erklärt er dem Sheriff verzweifelt, dass er seine Zulassung als Chemiker
verliert, wenn ihm ein Drogenvergehen angelastet wird, doch der Gesetzeshüter
kennt keine Gnade und lässt Elmo mit einem bitterbösen „Die Sechziger sind
vorbei!“ gar keine andere Wahl, als sein Chemie-Wissen nunmehr auf illegaler
Ebene anzuwenden.
Das
Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, Samuel L. Jackson und Robert Carlyle,
funktioniert überraschend gut. Carlyle, den man unter anderem aus Ganz
oder gar nicht und Die Welt ist nicht genug kennt, und der 2003 in
dem TV-Zweiteiler Hitler – Der Aufstieg des Bösen gar nicht mal
schlecht den Adolf gab, spielt hier den aufgedrehten Briten, der zunächst mal
so rein gar nichts mit dem arschcoolen Ami anfangen kann. Mehr als einmal
werden hier in zumeist amüsanter Weise die Differenzen zwischen alter und
neuer Welt thematisiert. Nach und nach kommen sich die beiden
unterschiedlichen Charaktere aber schließlich doch näher und das Ganze
bekommt einen leichten Anflug von Buddy-Movie. Dennoch bleibt es kaum zu
übersehen, dass der Film sich seine Vorbilder eher bei Tarantinos Werken
sucht, dabei aber angenehm britisch bleibt. Daher lässt er sich auch am
besten mit ebenfalls Tarantino-inspirierten Landsleuten wie Bube, Dame,
König, Gras oder Snatch vergleichen, auch wenn bei The 51st
State noch Versatzstücke aus den verschiedensten Genres mit einfließen.
Insgesamt
gelingt die Mischung auch ganz gut, doch kann man seine Augen auch nicht davor
verschließen, dass scheinbar nicht alle Beteiligten mit vollem Herzblut an
dem Projekt hingen. Dafür bleiben sowohl die Figuren, als auch die Geschichte
etwas zu oberflächlich. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die
Crew hier schlicht saubere Arbeit abliefern wollte. Passend dazu auch der
Platz des Films in Ronny Yu’s Filmografie. Es mutet schon ein wenig seltsam
an, dass der Regisseur ihn genau zwischen seinen beiden Filmen Chucky und
seine Braut und Freddy vs. Jason gedreht hat. So fehlt trotz vieler
guter Ansätze einfach der allerletzte Kick, der den Vorbildern des Streifens
einen gewissen Kultcharakter verpasst hat. Dennoch darf man sich, erwartet man
nicht zu viel Innovation, auf einen kurzweiligen Actionfilm in bester
Britenmanier freuen, der einen mit coolen Sprüchen und ausgeflippten Figuren
perfekt zu unterhalten vermag.
