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Was
nun folgt, ist ein wirkliches Highlight, denn die kreischende Kleine versucht
verzweifelt, ihren Vater aus seiner Ohnmacht zu befreien, auf dass er ihr die Türe
öffne. Doch der gute Mann will einfach nicht aufwachen und so sehen wir ein
panisches Mädchen im Inneren des Autos, während die Effektspezialisten
unmittelbar vor der Frontscheibe für ein wärmend Feuer sorgen. Selbst
heutzutage wäre eine solche Szene noch äußerst Makaber, bedenkt man aber das
Alter und die dennoch überzeugende Umsetzung (wenngleich man den Trick natürlich
sofort durchschaut), ist die vorhin gewählte Bezeichnung „Highlight“
sicherlich nicht übertrieben.
Leider
trifft dies in Bezug auf den gesamten Film dann doch mehr zu, als man sich wünschen
würde, denn im Grunde könnte man während dem sich an diese Szene anschließenden
Vorspann getrost einen ausgedehnten Spaziergang machen, aufgrund der sich
anbietenden Thematik vielleicht auch eine Spritztour mit dem Auto – in beiden
Fällen hätte man nicht viel verpasst.
Zwanzig
Jahre nach diesem Unfall kehrt der Bruder des getöteten Mädchens mitsamt
seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Cathy in das Haus zurück, dem ihn seine
Mutter damals entrissen hatte – warum sie dies tat und warum sie vor allem
seine Schwester einfach so zurückließ, werden wir wohl nie erfahren.
Eben
sowenig erklärt man uns, was in der Folge mit der kleinen Cathy geschieht. Sie
bezieht das alte Zimmer ihrer toten Tante, wo sie eine alte Puppe findet, die
fortan nicht mehr von ihrer Seite weichen soll. Dies bringt gerade genug Licht
ins Dunkel, als dass man den Geist des toten Mädchens als Verantwortlichen für
die nun stattfindende Metamorphose Cathys ausmachen kann. Diese verfügt nunmehr
über eigenartige Kräfte, mit denen sie unter anderem Leute dazu bringen kann,
Dinge zu sehen, die gar nicht existieren. So lässt sie dann auch Schlangen und
Ratten „erscheinen“, womit sie so manchen Nebendarsteller in den Tod und
ihre Mutter in den Wahnsinn treibt. Dabei wirken besonders die Morde aber derart
wahllos, dass man sich fragt, worauf die tote Tante denn nun überhaupt hinaus
will.
Während
also Vorgehensweise und Absichten des Geistes nicht zweifelsfrei geklärt werden
können, liegt der Zweck des ganzen auf der Hand. Nach dem ein Jahr zuvor
entstandenen Das Omen haben wir es bei
Cathy’s Curse mit einem astreinen
Ableger zu tun. So gleicht hier sogar Cathys Vorgehensweise beim einen oder
anderen Mord der von Damien fast bis aufs Haar. Hätte man dabei die
Gewaltschraube nach oben anstatt die Qualitätsschraube nach unten gedreht, so hätte
Cathy’s Curse ein netter Exploiter
werden können. Leider hat man sich aber darauf beschränkt, Szenen nahezu
zusammenhangslos aneinanderzureihen, wobei sich die Effekt-Szenen zum Teil schon
hart an der Grenze zur Persiflage bewegen. Wenn beispielsweise Cathy im
Zwiegespräch mit ihrer Mutter ohne Blende oder andere Effekte einfach von der
einen Sekunde zur anderen verschwindet, die Mutter natürlich im entscheidenden
Moment zu Boden schaut und dieser „Effekt“ zu allem Überfluss auch noch von
einem Tusch-Sound (!) untermalt wird, wartet man förmlich auf die eingespielten
Lacher, die man aus dutzenden von Comedy-Serien kennt.
Auch
wenn dies den traurigen Tiefpunkt der Filmmusik darstellt, können auch die
restlichen Klänge nicht sehr viel mehr überzeugen. Lediglich die wenigen
Stellen, die sich an typische Scores europäischer Horrorfilme der späten 70er
Jahre orientieren, lassen ein wenig aufhorchen. Wenn diese dann noch Szenen
unterlegen, in denen die kleine Cathy Fensterläden auf- und zuklappen lässt
oder Hängelampen umher schwingen und platzen, kommt sogar vereinzelt ein Hauch
von Atmosphäre auf. Durch die eher sinnfreien Dialoge, die wirre Handlung und
die schwachen Effekte (eine recht hübsche Handverletzung ist immerhin dabei) hält
diese Mindestversorgung an Atmosphäre aber nie lange an. Vielmehr quält man
sich durch die Laufzeit, denn der Stoff des Omens
gibt für einen bloßen Abklatsch wirklich nicht besonders viel her. Dies haben,
wenngleich sehr spät, offenbar auch die Produzenten erkannt und erinnerten sich wohl
an den nur wenige Jahre älteren Exorzist,
nach dessen Vorbild sie Cathy am Ende mit einem völlig unpassenden Dämonen
Make-up versehen haben.
Damit wäre dann nicht nur das Ende des Films, sondern auch sein Tiefpunkt erreicht und jeder, der sich zu Beginn gegen den Spaziergang entschieden hat, mag mit sich selbst ausmachen, ob er seinen Entschluss bereut oder nicht. Bedauerlich ist es aber auf jeden Fall, dass sich nach der viel versprechenden Eröffnungssequenz nichts weiter als gähnende Langeweile breitmacht. Gäbe es diese Szene nicht, man könnte Cathy’s Curse tatsächlich das Prädikat „überflüssig“ anheften.
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