Das
 

Dieser Film beginnt mit einem unterhaltsamen Rückblick, in dem ein kleines Mädchen ihrem Vater mitteilt, dass die Mama sich mit dem Brüderchen aus dem Staub gemacht hat. Mit einem trockenen „Your mother’s a bitch!“ auf den Lippen tut es Daddy seiner Ex in spe gleich, zerrt seine Tochter ins Auto und braust von dannen. Da es Winter ist, wird der plötzlich die Straßenseite wechselnde Schneehase zum Todesengel für die beiden, denn auf dem eisglatten Asphalt verliert der Vater nach dem unvermeidlichen Ausweichmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug. So landet das Auto mitsamt dem Restbestand an Familie in der Böschung, was nicht nur anno 1977 zu einer raschen Explosion geführt hat. 

Was nun folgt, ist ein wirkliches Highlight, denn die kreischende Kleine versucht verzweifelt, ihren Vater aus seiner Ohnmacht zu befreien, auf dass er ihr die Türe öffne. Doch der gute Mann will einfach nicht aufwachen und so sehen wir ein panisches Mädchen im Inneren des Autos, während die Effektspezialisten unmittelbar vor der Frontscheibe für ein wärmend Feuer sorgen. Selbst heutzutage wäre eine solche Szene noch äußerst Makaber, bedenkt man aber das Alter und die dennoch überzeugende Umsetzung (wenngleich man den Trick natürlich sofort durchschaut), ist die vorhin gewählte Bezeichnung „Highlight“ sicherlich nicht übertrieben.  

Leider trifft dies in Bezug auf den gesamten Film dann doch mehr zu, als man sich wünschen würde, denn im Grunde könnte man während dem sich an diese Szene anschließenden Vorspann getrost einen ausgedehnten Spaziergang machen, aufgrund der sich anbietenden Thematik vielleicht auch eine Spritztour mit dem Auto – in beiden Fällen hätte man nicht viel verpasst.

Zwanzig Jahre nach diesem Unfall kehrt der Bruder des getöteten Mädchens mitsamt seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Cathy in das Haus zurück, dem ihn seine Mutter damals entrissen hatte – warum sie dies tat und warum sie vor allem seine Schwester einfach so zurückließ, werden wir wohl nie erfahren.

Eben sowenig erklärt man uns, was in der Folge mit der kleinen Cathy geschieht. Sie bezieht das alte Zimmer ihrer toten Tante, wo sie eine alte Puppe findet, die fortan nicht mehr von ihrer Seite weichen soll. Dies bringt gerade genug Licht ins Dunkel, als dass man den Geist des toten Mädchens als Verantwortlichen für die nun stattfindende Metamorphose Cathys ausmachen kann. Diese verfügt nunmehr über eigenartige Kräfte, mit denen sie unter anderem Leute dazu bringen kann, Dinge zu sehen, die gar nicht existieren. So lässt sie dann auch Schlangen und Ratten „erscheinen“, womit sie so manchen Nebendarsteller in den Tod und ihre Mutter in den Wahnsinn treibt. Dabei wirken besonders die Morde aber derart wahllos, dass man sich fragt, worauf die tote Tante denn nun überhaupt hinaus will.  

Während also Vorgehensweise und Absichten des Geistes nicht zweifelsfrei geklärt werden können, liegt der Zweck des ganzen auf der Hand. Nach dem ein Jahr zuvor entstandenen Das Omen haben wir es bei Cathy’s Curse mit einem astreinen Ableger zu tun. So gleicht hier sogar Cathys Vorgehensweise beim einen oder anderen Mord der von Damien fast bis aufs Haar. Hätte man dabei die Gewaltschraube nach oben anstatt die Qualitätsschraube nach unten gedreht, so hätte Cathy’s Curse ein netter Exploiter werden können. Leider hat man sich aber darauf beschränkt, Szenen nahezu zusammenhangslos aneinanderzureihen, wobei sich die Effekt-Szenen zum Teil schon hart an der Grenze zur Persiflage bewegen. Wenn beispielsweise Cathy im Zwiegespräch mit ihrer Mutter ohne Blende oder andere Effekte einfach von der einen Sekunde zur anderen verschwindet, die Mutter natürlich im entscheidenden Moment zu Boden schaut und dieser „Effekt“ zu allem Überfluss auch noch von einem Tusch-Sound (!) untermalt wird, wartet man förmlich auf die eingespielten Lacher, die man aus dutzenden von Comedy-Serien kennt.

Auch wenn dies den traurigen Tiefpunkt der Filmmusik darstellt, können auch die restlichen Klänge nicht sehr viel mehr überzeugen. Lediglich die wenigen Stellen, die sich an typische Scores europäischer Horrorfilme der späten 70er Jahre orientieren, lassen ein wenig aufhorchen. Wenn diese dann noch Szenen unterlegen, in denen die kleine Cathy Fensterläden auf- und zuklappen lässt oder Hängelampen umher schwingen und platzen, kommt sogar vereinzelt ein Hauch von Atmosphäre auf. Durch die eher sinnfreien Dialoge, die wirre Handlung und die schwachen Effekte (eine recht hübsche Handverletzung ist immerhin dabei) hält diese Mindestversorgung an Atmosphäre aber nie lange an. Vielmehr quält man sich durch die Laufzeit, denn der Stoff des Omens gibt für einen bloßen Abklatsch wirklich nicht besonders viel her. Dies haben, wenngleich sehr spät, offenbar auch die Produzenten erkannt und erinnerten sich wohl an den nur wenige Jahre älteren Exorzist, nach dessen Vorbild sie Cathy am Ende mit einem völlig unpassenden Dämonen Make-up versehen haben.

Damit wäre dann nicht nur das Ende des Films, sondern auch sein Tiefpunkt erreicht und jeder, der sich zu Beginn gegen den Spaziergang entschieden hat, mag mit sich selbst ausmachen, ob er seinen Entschluss bereut oder nicht. Bedauerlich ist es aber auf jeden Fall, dass sich nach der viel versprechenden Eröffnungssequenz nichts weiter als gähnende Langeweile breitmacht. Gäbe es diese Szene nicht, man könnte Cathy’s Curse tatsächlich das Prädikat „überflüssig“ anheften.