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Eigentlich war ich ja immer ein ausgesprochener Spielberg-Fan. Filme wie Duell und Der weiße Hai können einfach nur als genial bezeichnet werden, und auch die späteren Werke waren zum größten Teil wahnsinnig gut gemachtes Kino, auch wenn die Filme natürlich immer größer wurden und dadurch unvermeidlich so mancher Kompromiss gemacht werden musste. In letzter Zeit bestanden die Filme allerdings nur noch aus Kompromissen, allen voran Minority Report, der mit einem etwas unabhängigerem Regisseur eine wahrhaft zynische Studie unserer Welt und der Welt, auf die wir uns zu bewegen, hätte sein können. Aber bekanntermaßen darf ein Film umso weniger Leuten auf den Schlips treten, je mehr Leute ihr Geld hineinstecken. So waren es dann auch eher gemischte Gefühle, mit denen ich die Bekanntgabe des Projekts Krieg der Welten vernahm.
Die ersten Reaktionen nach der Premiere waren teilweise überraschend euphorisch. Als es dann auch noch hieß, der Film sei wahnsinnig düster und die Effekte würden regelrecht ein neues Zeitalter einläuten, war ich tatsächlich geneigt, doch mit einer positiven Einstellung an den Film heranzutreten. Dennoch habe ich zu keiner Zeit ein echtes Highlight erwartet, dafür hatten sich exakt die gleichen Argumente bei früheren Filmen schon viel zu oft als Quatsch herausgestellt.
Krieg der Welten beginnt wie jeder Katastrophenfilm. Der Held und seine Mitstreiter werden vorgestellt, in diesem Fall wäre das Ray Ferrier (Tom Cruise), der seine beiden Kinder Robbie und Rachel über's Wochenende von seiner Ex bekommt, weil diese mit ihrem Neuen ihre Eltern besucht.Hier fängt's schon an: Zwar scheint Cruise hier keinen Parade-Papa zu verkörpern - der Kühlschrank ist leer und er kennt weder Hobbies noch Allergien seiner Kinder - aber ernsthaft erkennbar, warum die beiden Gören derart angepisst auf ihren Vater reagieren, ist hier beim besten Willen nicht. So wirkt, wenn überhaupt, höchstens Ray auf den Zuschauer sympathisch und das Vorhaben, die Hauptfiguren auf eine Art einzuführen, dass man später mit ihnen mitfiebert, darf schon mal als völlig fehlgeschlagen verbucht werden. Vielmehr fragt man sich, warum Ray diese beiden Blagen nicht einfach ihrem Schicksal überlässt, schließlich schaffen sie es innerhalb eines Nachmittags, eine Scheibe zu zerbrechen, an wirklich allem herumzunörgeln und als Zugabe noch Daddy's Auto zu klauen. Doch der angeborene Beschützerinstinkt ist anscheinend größer als der gesunde Menschenverstand und so stellt sich Familie Ferrier geschlossen der Gefahr.
Diese kündigt sich zunächst durch
eigenartige Blitze an, die nahezu überall einschlagen und offenbar einen
massiven Stromausfall verursachen, der auch Uhren und Autobatterien zum
erliegen bringt. Dass wenig später eine Digitalkamera noch funktioniert,
ist wohl eher der hübschen Bildkomposition zu verdanken, die uns die
Alien-Invasion durch das Kamera-Display zeigt, denn irgendeiner
Naturwissenschaft.
Ray jedenfalls läuft erst einmal drauf
los, um irgendwie herauszufinden, was es mit den Blitzen auf sich hat. Hier
zeigt der Film zum ersten mal, welches Potenzial er im Endeffekt verschenkt.
Die Atmosphäre auf den Strassen, als die Leute ungläubig in ihren Vorgärten
stehen und gen Himmel blicken und andere ihre kaputten Autos vor sich
her schieben, ist wirklich bedrückend und reicht mit ihren hellen Bildern
und leisen Tönen absolut an Endzeit-Szenarien wie in The Day After
heran.
An einem der zahlreichen Krater, die
durch die Blitzeinschläge entstanden sind, versammeln sich nun sämtlich
Anwesende und selbstverständlich ist es auch just dieser Krater, aus dem
als erstes ein riesengroßes, dreibeiniges Ungetüm hervorbricht, welches
sofort auf alles feuert, was sich bewegt.
Hier treten dann auch erstmals größere
Effekte in Erscheinung, die ja angeblich nicht mehr als solche zu erkennen
sein sollen. Da frag ich mich doch ernsthaft, ob ich mit Adleraugen gesegnet
bin, oder ob die Leute, die derartiges in die Welt setzen, schlicht eine
Sehhilfe bräuchten. Sicher kann man hier ohne weiteres von der oberen Liga
in Sachen Visual Effects sprechen, aber CGI bleibt eben CGI und wer
beispielsweise bei diesem ersten Angriff etwas genauer hinschaut, der wird
ehrlicherweise zugeben müssen, dass sowohl einige Oberflächen, als auch
die meisten Bewegungen schlichtweg nicht realitätsgetreu wiedergegeben
sind.
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Mit ihrem Gefährt scheinen die drei
allerdings auch ihre Zielsicherheit verloren zu haben. Denn warum sie sich
entschließen, auf einen Hügel zuzulaufen, hinter dem ganz offensichtlich
der dritte Weltkrieg tobt, entzieht sich völlig meiner Vorstellungskraft.
Immerhin werden sie, wie unzählige andere, die die selbe Schnapsidee
hatten, vom Militär aufgehalten und zum Umkehren bewogen. Ray's Sohn Robbie
will aber unbedingt über den Hügel, um zu kämpfen. Ein weiterer Beleg dafür,
dass es bei Krieg der Welten mit der Identifikation mit den
Hauptfiguren nicht weit her ist. Verständlicherweise ist Ray mit dem
Vorhaben seines Sprösslings nicht einverstanden, lässt ihn dann aber mehr
oder weniger gezwungenermaßen doch in sein Schicksal laufen.
Dass der Film von diesem Moment an deutlich besser wird, steht allerdings
nur bedingt damit in Zusammenhang, dass der unsympathische Sohnemann endlich
weg vom Fenster ist. Vielmehr liegt es am nun folgenden Schauplatzwechsel,
dass die zweifelsohne vorhandenen Qualitäten des Films wieder in den
Vordergrund treten können. Ray und die kleine Rachel werden nämlich von
einem gewissen Harlan Ogilvy (Tim Robbins) in dessen Keller gelotst, wo sie
für's erste in Sicherheit zu sein scheinen. Zwar wird Harlan's Charakter
nicht wirklich beleuchtet, als Stereotyp eines völlig abgedrehten
amerikanischen Durchschnitts-Waffennarren funktioniert er aber durchaus gut.
Ray's Konflikt - hier unten sind er und seine Tochter vorerst sicher, wohl fühlen
sich die beiden bei diesem Irren aber ganz und gar nicht - wird recht gut
herausgearbeitet und die Abstinenz größerer Visual Effects tut dem Film spürbar
gut. Vor allem aber die Enge in dem Kellerraum, das trübe Licht und die
fast greifbare Ungewissheit der Figuren bilden hier die faszinierende Düsternis,
die zuvor bereits an einigen Stellen zu erahnen war.
Dummerweise befinden wir uns an dieser
Stelle aber auch schon recht weit Richtung Ende von Krieg der Welten,
sodass diese Szenen den Film auch nicht mehr zu retten vermögen. Ganz im
Gegenteil - nach einem etwas kurz geratenen Finale, welches nochmal einige
durchaus ansehnliche Effekte bietet, alles in allem aber auch eher blass
bleibt, beleidigt uns Spielberg mit einem derart kitschigen Ende, dass man
sich durchaus fragen könnte, ob das tatsächlich ernst gemeint war!
Immerhin gibt es unmittelbar vor dem Abspann noch eine wirklich feine Auflösung,
die allerdings lediglich aus dem Off zu hören ist.

Warum es immer wieder dazu kommt, dass
Werke wie Krieg der Welten auf diversen Plattformen als bester Film des
Jahres bezeichnet werden, darauf möchte ich an dieser Stelle nicht näher
eingehen. Sicherlich ist nicht alles schlecht und sicherlich ist dieser Film
immer noch kurzweiliger als so manch anderer Müll, der uns als Blockbuster
verkauft werden soll. Aber unter Berücksichtigung der Ausgangslage mit
erstklassigem Regisseur, erstklassiger Vorlage und erstklassigen finanziellen
Bedingungen, kann man unter dem Strich von nichts anderem als einer gigantischen
Enttäuschung sprechen. Besonders ärgerlich, da ja einige sehr gute Ansätze zu
erkennen waren, die aber schlichtweg verschenkt wurden.
Durch die sicherlich vorhandenen positiven Aspekte hätte ich mich fast zu einer
sehr eingeschränkten Empfehlung hinreißen lassen, aufgrund der Frechheit von
einem Ende gibt's aber zum Schluss sogar noch einen Punkt Abzug.
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