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Bei dem abgedrehten Intro hätte man gar
nicht darauf getippt, dass Slashers keine asiatische, sondern vielmehr
eine Kanadische Produktion ist. Denn in typisch japanischer Manier werden die
Kandidaten und vor allem die Slasher vorgestellt, alles ist schrill, bunt und
überdreht. Nachdem die Kandidaten dann aber das Labyrinth, in dem sich fortan
alles abspielen soll, betreten, kehrt für kurze Zeit etwas Ruhe ein und man
kann das halbe Dutzend TV-Kanonenfutter erst einmal ordnen.
Da hätten wir also
Devon, den schwarzen Ex-Marine, der sogleich das Kommando an sich reißt,
Rick, den aggressiven Latino, Rebecca, die toughe Powerfrau, Brenda und
Michael, die beide recht verblödet daherkommen und die ständig flennende
Megan, die zunächst nur nervt, sich danach aber zur Hauptfigur mausert. Sie
ist nämlich nicht des Geldes wegen hier, sondern will mit ihrem geplanten
Ableben eine Botschaft gegen Gewalt zu Unterhaltungszwecken abgeben. Doch
während sie sich todesmutig für ihre Überzeugungen unter die Messer des Dr.
Ripper werfen will, hat es dieser mit seinen Werkzeugen zunächst nur auf
Megans Kleidung abgesehen. Entscheidend ist schließlich die Quote und ein
allzu frühes Dahinscheiden der – wenn sie mal nicht heult – recht
ansehnlichen und gut bestückten Menschenrechtlerin wäre schlecht für’s
Geschäft.
Die Idee, die Killer
mit Headsets auszustatten, damit sie Regieanweisungen für ihre Massaker
erhalten können, erweist sich als genial. Und so schlitzt der Doktor eben
nicht Megan, sondern lediglich ihr Oberteil auf. Die gute wird dadurch leider
noch panischer und rennt nunmehr mit vor der Brust verschränkten Armen um ihr
Leben, was Devon, nachdem Megan sich und ihre beiden Lebensversicherungen in
Sicherheit gebracht hat, zu einem der schönsten Sätze der Filmgeschichte
bewegt: „Dein Leben steht auf dem Spiel, und du machst dir immer noch was
draus, dass ein paar Fremde deine Möpse sehen können!“
Danach geht es nach
gewohntem Slasher-Schema weiter, die Kandidaten werden immer wieder
voneinander getrennt und stehen in stets wechselnden Kulissen den Killern
gegenüber, was mit der Zeit zu blutigen Verlusten auf beiden Seiten führt.
Im Gegensatz zur hundertsten Freitag-Kopie bietet Slashers aber neben den
bizarren Figuren sogar noch ein gewisses Maß an Charakterbildung. Nach und
nach wird die Motivation aller Teilnehmer offen gelegt, was zwar nicht
unbedingt zur Identifikation reicht, die Dialoge dafür aber um einiges
erträglicher macht, als bei den angesprochenen Schlitzer-Plagiaten.
Das größte Plus
verzeichnet der Film aber mit dem Motiv der Gameshow. Die Show scheint nur
einen Kameramann zu haben, und dieser ist immer dicht am Geschehen. So
wirkt es, als wäre der komplette Film mit nur einer Kamera gedreht, die dazu
immer aus der beobachtenden Perspektive photographiert. Dieses Konzept geht
vollends auf und auch die digitale TV-Optik verfehlt ihre Wirkung nicht. Da
natürlich nicht alles live und an einem Stück gedreht werden konnte, behalf
man sich im Schnitt mit immer wiederkehrenden Wackelkontakten in der
Beleuchtung, mit Reißschwenks und anderen Kameraspielereien. Diese Tricks
sind zwar leicht zu durchschauen, im Zusammenhang mit der Idee des Films –
und noch dazu bei einer Independent-Produktion – sieht man darüber aber nur
zu gerne hinweg. Dass hier handwerklich keine Anfänger am Werk waren, zeigt
die Kameraführung in fast jeder Einstellung. Fahrten und Bewegungen sind
teilweise so gut gemacht, dass man vermuten könnte, das halbe Budget sei für
den (Star)Kameramann draufgegangen, doch von dem guten Denis-Noel Mostert habe
ich noch nie etwas gehört.
Die Effekte dagegen hätten noch einen minimalen Feinschliff vertragen können, wollen auf der anderen Seite aber auch gar nicht zu realistisch daherkommen. Vielmehr passen sie sich dem Grundtenor des gesamten Films an, indem sie mehr als schwarzhumoriger Seitenhieb angelegt sind. Daher quellen auch schon mal gefühlte 50 Kilo Dickdarm aus Rebeccas zersägtem Torso. Ein Wenig mehr Realismus hätte dem Witz keinen Abbruch getan, aber auch so kann man an den Goreeinlagen durchaus Gefallen finden, auch wenn vieles allzu leicht als Pappmache entlarvt werden kann.

Slashers darf ohne Bedenken als ein überdurchschnittlicher Debütfilm bezeichnet werden, funktioniert aber auch ohne den Bonus des Regie-Neulings. Denn wenn es überhaupt noch eine Möglichkeit auf Innovation im Slasher-Genre gab, dann wird sie uns in dieser nicht unintelligenten Mediensatire präsentiert, die nebenbei auch als vordergründiger Partyfilm bestens zu unterhalten vermag. Trotz der naturgemäß wenig dramatischen Handlung bleibt der Spannungsbogen stets hoch und Langeweile stellt sich zu keiner Zeit ein.
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