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Seine einzige Freude findet er in einer Superheldenserie namens Zebraman, die seinerzeit allerdings wegen dramatischem Misserfolg bereits nach sieben Episoden abgesetzt wurde. Shinichi’s Passion besteht nun darin, sich des nächtens heimlich in ein selbst geschneidertes Zebraman-Köstum zu werfen und relativ unkoordiniert durch sein Zimmer zu hüpfen. Doch eines Nachts, als er sich in diesem Aufzug einmal vor die Tür traut, scheinen seine Superkräfte aus seiner Phantasie auszubrechen und ihn tatsächlich zu dem werden zu lassen, wovon er immer geträumt hat – dem echten Zebraman!
Zweifelsohne klingt
schon die Handlung nach einer ziemlich abgefahrenen Geschichte, und
zweifelsohne klingt Takashi Miike nach dem idealen Regisseur für den dazugehörigen
Film. Und die Erwartungen werden kaum enttäuscht. Mit Zebraman liefert
Miike mal wieder einen Film ab, der derart facettenreich ist, wie es kaum ein
anderer Regisseur hinzubekommen scheint. Das Alter Ego des Superhelden wird
hier mit mehr Tiefgang beleuchtet, als es bei fast allen US-Produktionen der
Fall ist und vor allem wird Shinichi nicht zu einer völlig anderen Person,
nachdem er sein Kostüm angezogen hat sondern seine Figur ist auch durch die
Zebrastreifen ohne weiteres auszumachen. Das schließt natürlich auch so
manche Tölpelhaftigkeit mit ein, die den Film oft lustig, niemals aber
wirklich albern werden lässt. Vorausgesetzt allerdings, man findet sich mit
dem niedrigen Budget ab und mit der damit verbundenen Eigenschaft des Films,
sich nicht immer ganz ernst zu nehmen. Allein die Dialoge über die TV-Serie,
die in den 70ern ein so unrühmliches Ende fand, sprechen da Bände. Kein
Mensch außer Shinichi und seinem neu gewonnenen Freund – einem Drittklässler
im Rollstuhl – hat jemals überhaupt von dieser Serie gehört. Dafür machen
die beiden gleich eine Art Religion daraus. Dass ausgerechnet der Versager
Shinichi plötzlich mit Superkräften ausgestattet wird, entbehrt keinesfalls
einer Aussage, welche nicht einmal aufgesetzt daherkommt. Eine Art Motto der
TV-Serie lautete, man könne alles erreichen, wenn man nur daran glaubt. Und
der erfahrene Zuschauer wartet schon auf die Szene, in der der kleine Junge zu
laufen lernt. Miike zerstört diese Romantik freilich sehr schnell wieder,
wenn er seinen Helden – inspiriert von diesem Slogan – von Dächern und Brücken
springen lässt, um das Fliegen zu erlernen.
Über diese wahrhaft
tragikomische Studie eines Losers hinaus entpuppt sich Zebraman
allerdings auch als wahre Fundgrube von Hommagen und Filmzitaten. Japanische
und amerikanische Superheldenfilme finden sich hier ebenso wieder wie Ring
oder Godzilla. Das alles findet wohl budgetbedingt, mit Sicherheit aber
auch ein Stück weit bewusst in einem sehr trashigen Rahmen statt. Die alte
Serie erinnert an die Power Rangers und die Aliens, die es für Zebraman
zu besiegen gilt, sind derart schlecht computeranimiert, dass es eigentlich
nur Absicht sein kann. Neben diesen CGI’s wird an der Effekt-Schraube nicht
allzu weit gedreht, wenngleich die ein oder andere eklige Überraschung nicht
ausbleibt.
Insgesamt bleibt bei Zebraman die Action zwar nicht auf der Strecke, ordnet sich aber den anderen Faktoren unter, um nicht zu sagen, sie bildet zusammen mit ihnen ein stimmiges Ganzes.
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